A letter from Jun 19, 2024

Time Travelled — over 1 year

Peaceful right?

Lieber Alex, ich habe eine Weile überlegt, ob es komisch ist, diese E-Mail in eine Zukunft zu schicken, in der ich nicht weiß, ob wir überhaupt noch Kontakt haben werden. Aber ich glaube daran, dass du dich - egal was in den letzten 1,5 Jahren passiert ist - über diese Nachricht aus der Vergangenheit freuen kannst und sie vielleicht sogar ein Ikigai-Moment für dich wird. Es geht mir gerade mental so gut wie schon länger nicht und deshalb kann ich sehen, wie viel ich im letzten Jahr gelernt habe und bin glücklich darüber. An einigen Dingen hattest du einen bedeutenden Anteil und dafür möchte ich dir danken. Gerade habe ich meine Emotionen nicht genug unter Kontrolle, um dir das selbst zu sagen und habe Angst, dass ich es dir vielleicht nie sagen werde. Das hat mich an eines unserer letzten Telefonate erinnert: dass du gerne die Katarina von in zwei Jahren treffen würdest. Das ist leider nicht möglich. Aber hier ist die Vergangenheits-Katarina, die du in der Zukunft treffen kannst. Und sie kann nichts von dir erwarten, da sie bereits vergessen hat, diese Nachricht geschrieben zu haben. Wofür ich besonders dankbar bin: Wenn ich im Supermarkt an der Kasse stehe, nehme ich meine Kopfhörer ab, um die Person vor mir wahrzunehmen. Das ist zwar nicht so ein bewusstes Wahrnehmen anderer Menschen, wie ich es immer wieder bei dir sehe, aber es ist ein Anfang und ich freue mich bei fast jedem Einkauf darüber. Wenn ich auf Arbeit bin und mein Umfeld genügend einschätzen kann, achte ich bewusst darauf, Freude und positive Energie auszustrahlen. Es ist schön zu sehen, wie positiv darauf reagiert wird und sich das Arbeiten einfach menschlicher anfühlt. Wenn ich verärgert über das Verhalten meiner Familie bin, habe ich angefangen, das Thema anzusprechen. Das habe ich früher nie gemacht und auch jetzt fällt es mir sehr schwer. Aber manchmal schaffe ich es und bisher hat das immer dazu geführt, dass wir die Situation gut klären konnten. Dein Wunsch, durch deine Art dein Umfeld positiv zu beeinflussen hat also in mindestens einem Fall Erfolg gehabt! Falls wir den Kontakt verloren haben, ist das hier vielleicht ein Anlass, ihn wieder aufleben zu lassen, da ich immer wieder merke, dass ich deine Lebensfreude, Vielseitigkeit, Akzeptanz der Menschen in deinem Umfeld und Perspektiven auf verschiedenste Themen vermisse. Meine Hoffnung für die Katarina, die ich heute (2026) bin: Ich habe gelernt, dass ich um meiner selbst willen von den Menschen in meinem Umfeld geliebt werde. Deshalb betrachte ich ihr Verhalten mir gegenüber mit einem wohlwollenden Blick und nicht als Bestätigung meiner Selbstzweifel. Ich bin besser darin geworden, mir selbst zu verzeihen und mich zu akzeptieren. Ich habe den Mut und das Selbstvertrauen gefunden, zu versuchen etwas Positives zu bewirken anstatt mich hinter meinen Selbstzweifeln zu verstecken. Ich bin gespannt, was daraus geworden sein wird und wünsche dir alles Gute und dass du gut auf dich aufpasst! Katarina

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